Dieser Online-Shop verwendet Cookies für ein optimales Einkaufserlebnis. Dabei werden beispielsweise die Session-Informationen oder die Spracheinstellung auf Ihrem Rechner gespeichert. Ohne Cookies ist der Funktionsumfang des Online-Shops eingeschränkt. Sind Sie damit nicht einverstanden, klicken Sie bitte hier.

Die Pflasterstraße darf Spuren tragen

Landschaftsbau · Anleitung

Eine gleichmäßige Pflasterfläche sieht neu aus – und neu sieht im Modell fast immer falsch aus. Wie aus einem Flexyway-Segment eine benutzte Straße mit Reparaturstelle und Baustelle wird, in elf Schritten.

✓  Warum in der Fuge geschnitten wird und nie durch den Stein✓  Der Fehler, der jede Flexyway-Fläche ruiniert✓  Wie aus einem Loch in der Straße eine erzählte Szene wird
AufbaustufeZeit: ein Abend plus Trocknung über NachtMaterial: sieben PositionenFläche: ein Straßenabschnitt von 15 bis 25 cm

Die drei Sätze, wenn Du es eilig hast

  1. Flexyway sind einzelne Keramiksteine auf flexiblem Träger: in den Fugen schneiden, dem Untergrund anpassen, einzelne Steine gezielt entnehmen.
  2. Das Fugenmaterial wird trocken eingearbeitet, der Überschuss vollständig abgenommen und erst dann mit feinem Wassernebel gebunden – zu viel Wasser schwemmt die Fugen aus.
  3. Eine Reparaturstelle wird erst durch Figuren und ein Fahrzeug zur Baustelle. Ohne Handlung bleibt sie ein Loch im Pflaster.

Warum eine perfekte Straße falsch aussieht

Im Vorbild gibt es keine unbenutzten Straßen. Es gibt ausgebesserte Stellen, abgesackte Bereiche, Spurrillen, Fugen voller Staub und Abrieb, der sich am Rand sammelt. Genau diese Spuren sind es, an denen das Auge eine Straße als echt erkennt – nicht die Sauberkeit des Pflasters.

Flexyway ist dafür ungewöhnlich gut geeignet, weil das System diese Eingriffe vorsieht: einzelne starre Steine auf einem flexiblen Träger lassen sich entnehmen, versetzen und in der Fuge trennen, ohne dass die Fläche daneben Schaden nimmt.

Elf Schritte

Schritt 01 bis 03 verlegen die Straße, 04 bis 08 lassen sie altern, 09 bis 11 machen eine Szene daraus. Wer nur die Straße braucht, hört nach 03 auf.

Schritt 01

Die Fläche einsetzen

Flexyway besteht aus einzelnen Keramiksteinen auf einem dünnen, flexiblen Träger. Das Segment lässt sich in den Fugen schneiden – nicht quer durch die Steine – und folgt danach Kurven, Spurrillen und leichten Unebenheiten des Untergrunds.

Leg das Segment trocken auf, bevor Du klebst. Zuschnitt in der Fuge ist der einzige Schnitt, den man später nicht mehr sieht.

Die Pflasterelemente werden in die vorbereiteten Straßenflächen eingesetzt.
Die Pflasterelemente werden in die vorbereiteten Straßenflächen eingesetzt.

Schritt 02

Ränder ausgleichen

Zwischen Pflaster und umgebender Fläche bleibt immer eine Höhendifferenz. Die wird mit Spachtelmasse ausgeglichen, bis die Straße nicht mehr aufliegt, sondern eingebettet ist. Der BERGSWERK-Spachtel ist dafür praktisch, weil er in beliebiger Schichtdicke aufträgt, ohne beim Trocknen zu reißen.

Arbeite die Masse mit dem Finger keilförmig aus, nicht mit der Spachtelkante – eine gerade Kante fällt später genauso auf wie die Fuge, die sie ersetzen sollte.

Bergswerk Modellbauspachtel gleicht Flächen und Übergänge aus.
Bergswerk Modellbauspachtel gleicht Flächen und Übergänge aus.

Schritt 03

Fugen verfüllen

Das Fugenmaterial wird trocken aufgebracht und mit einem weichen Pinsel in die Fugen gearbeitet. Anschließend wird der Überschuss vollständig von der Oberfläche entfernt – erst dann wird mit feinem Wassernebel fixiert.

Das ist der Schritt, an dem die meisten Flexyway-Straßen scheitern. Mehr dazu im Kasten unter diesem Abschnitt.

Beide Straßenseiten werden in Höhe und Richtung aufeinander abgestimmt.
Beide Straßenseiten werden in Höhe und Richtung aufeinander abgestimmt.

Schritt 04

Die Schadstelle öffnen

Jetzt beginnt der Teil, der aus einer sauberen Fläche eine benutzte Straße macht. Einzelne Steine lassen sich gezielt entnehmen – genau dort, wo die Reparaturstelle entstehen soll, und nirgends sonst.

Eine einzige unregelmäßige Öffnung wirkt stärker als drei verteilte. Schäden entstehen im Vorbild dort, wo Last, Wasser oder Leitungen zusammenkommen.

01 Schadstelle öffnen – Steine und Oberfläche werden nur dort entfernt, wo die Reparatur entstehen soll.
01 Schadstelle öffnen – Steine und Oberfläche werden nur dort entfernt, wo die Reparatur entstehen soll.

Schritt 05

Den Untergrund anlegen

In die Öffnung kommt eine erdige Masse. Sie füllt nicht bündig auf, sondern schafft unterschiedliche Höhen – eine aufgerissene Straße ist nie eben.

Die AK-Spachtelmasse ist hier bequem, weil sie Farbe und Struktur in einem Arbeitsgang mitbringt.

02 Untergrund anlegen – eine erdige Masse füllt die Öffnung und schafft unterschiedliche Höhen.
02 Untergrund anlegen – eine erdige Masse füllt die Öffnung und schafft unterschiedliche Höhen.

Schritt 06

Farbe verbinden

Dunkle und erdige Töne nehmen der Reparaturstelle die harte Kante. Wichtig ist, dass dieselben Töne auch außerhalb der Schadstelle auftauchen – sonst bleibt die Stelle ein Fremdkörper mit weichem Rand.

Arbeite mit stark verdünnter Farbe in mehreren Dünnschichten. Eine kräftige Schicht lässt sich nicht mehr zurücknehmen.

03 Farbe verbinden – dunkle und erdige Töne nehmen der Reparaturstelle die harte Kante.
03 Farbe verbinden – dunkle und erdige Töne nehmen der Reparaturstelle die harte Kante.

Schritt 07

Körnung ergänzen

Feines Material bildet Staub, Abrieb und eine unregelmäßige Oberfläche. Es gehört nicht nur in die Öffnung, sondern auch in die Fugen daneben, in die Rinne und an den Straßenrand.

Hier entscheidet sich, ob die Baustelle in der Straße liegt oder darauf.

04 Körnung ergänzen – feines Material bildet Staub, Abrieb und eine unregelmäßige Oberfläche.
04 Körnung ergänzen – feines Material bildet Staub, Abrieb und eine unregelmäßige Oberfläche.

Schritt 08

Spuren fixieren

Die eingebrachten Schichten werden kontrolliert gebunden – sparsam, damit die Struktur nicht zusammensackt und die Oberfläche nicht glänzt.

Über Nacht trocknen lassen, bevor Figuren oder Fahrzeuge gesetzt werden. Feuchter Untergrund hinterlässt an Figurenfüßen Ränder, die man nicht mehr wegbekommt.

05 Spuren fixieren – die eingebrachten Schichten werden kontrolliert gebunden.
05 Spuren fixieren – die eingebrachten Schichten werden kontrolliert gebunden.

Schritt 09

Die Handlung einsetzen

Erst jetzt kommen die Figuren. Aus einer Reparaturfläche wird eine Baustelle, sobald jemand darin arbeitet. Entscheidend ist die Gruppe: Werkzeuge, Körperhaltung und Abstände müssen zusammen eine Handlung ergeben.

Zwei Figuren, die sich zuwenden, erzählen mehr als fünf, die in verschiedene Richtungen schauen.

06 Handlung einsetzen – die Schrumpfmich-Figuren machen aus der Reparaturfläche eine Baustelle.
06 Handlung einsetzen – die Schrumpfmich-Figuren machen aus der Reparaturfläche eine Baustelle.

Schritt 10

Ein Fahrzeug ergänzen

Ein Baufahrzeug setzt Richtung, Maßstab und einen klaren Arbeitsschwerpunkt. Es muss nicht groß sein – es muss nur erkennbar zu der Arbeit gehören, die die Figuren tun.

Wir haben einen Radlader benutzt; ein passendes Modell führen wir derzeit nicht neu im Sortiment, deshalb steht es nicht in der Materialliste.

07 Fahrzeug ergänzen – der Radlader setzt Richtung, Maßstab und einen klaren Arbeitsschwerpunkt.
07 Fahrzeug ergänzen – der Radlader setzt Richtung, Maßstab und einen klaren Arbeitsschwerpunkt.

Schritt 11

Die Szene abschließen

Am Ende steht die Probe aus Schienen­höhe: Pflaster, Schmutz, Arbeiter und Fahrzeug müssen dieselbe Geschichte erzählen. Presslufthammer, Besen und Radlader ergeben zusammen eine Arbeitsfolge – und die macht die Szene ohne ein Wort Erklärung verständlich.

Wenn Du an dieser Stelle noch etwas ergänzen willst, ergänze Schmutz, nicht Gegenstände.

10 Arbeitsablauf verdichten – Presslufthammer, Besen und Radlader bilden eine klare Arbeitsfolge und machen die Szene unmittelbar verständlich.
10 Arbeitsablauf verdichten – Presslufthammer, Besen und Radlader bilden eine klare Arbeitsfolge und machen die Szene unmittelbar verständlich.

Gut zu wissen: Das Fugenmaterial ist der häufigste Grund für eine misslungene Flexyway-Fläche. Es gehört trocken in die Fugen, der Überschuss muss vollständig von der Oberfläche herunter, und gebunden wird nur mit feinem Wassernebel. Wer mit dem Pinsel Wasser aufbringt oder zu kräftig sprüht, spült die Fugen wieder aus und bekommt eine graue Schleierschicht über den Steinen. Das Fugenmaterial ist für 1:87 und größer gedacht – für Spur N gibt es Flexyway-Straßen, aber diese Körnung ist dort zu grob.

Zwei Leseebenen

Grundlagen · Was heißt „in der Fuge schneiden“?
Die Steine sitzen einzeln auf einer dünnen Trägerfolie. Setzt Du das Messer in den Zwischenraum zwischen zwei Steinreihen, trennst Du nur die Folie – die Schnittkante verschwindet zwischen den Steinen und sieht aus wie eine normale Fuge. Schneidest Du quer durch einen Stein, bleibt eine glatte, helle Bruchfläche sichtbar, die man auch mit Farbe kaum retten kann.
Für Fortgeschrittene · Wo Schäden im Vorbild wirklich entstehen
Nicht zufällig verteilt, sondern an drei Stellen: dort, wo schwere Fahrzeuge einlenken und verwinden – also an Einmündungen und Toreinfahrten; dort, wo Wasser stehen bleibt, weil das Gefälle fehlt; und dort, wo unter der Straße etwas liegt, das schon einmal geöffnet wurde: Leitungen, Schächte, Gleiskreuzungen. Eine Schadstelle an einer dieser drei Stellen wirkt sofort plausibel, dieselbe Stelle mitten auf der Geraden nicht.
Für Fortgeschrittene · Der Übergang zum Gleis
Wo die Straße das Gleis quert, treffen zwei Systeme mit unterschiedlicher Höhe aufeinander. Juweela führt dafür Gleiszwischenraum-Segmente; der Rest ist Spachtel und Geduld. Wichtig ist, dass die Schienenoberkante frei bleibt – Material im Spurkranzkanal ist der sicherste Weg zu einer Entgleisung an genau der Stelle, die man am häufigsten zeigt.

Drei Fehler, die wir immer wieder sehen

  1. Zu viel Wasser beim Fixieren. Die Fugen werden ausgespült, das Material sammelt sich am Rand und auf den Steinen bleibt ein grauer Schleier. Nur Nebel, und lieber zweimal.
  2. Die Schadstelle liegt mitten auf der Geraden. Dort gibt es im Vorbild keinen Grund für einen Schaden. Das Auge glaubt die Stelle nicht, auch wenn sie handwerklich gut gemacht ist.
  3. Figuren ohne gemeinsame Aufgabe. Fünf Bauarbeiter, die in fünf Richtungen schauen, sind Dekoration. Zwei, die an derselben Stelle arbeiten, sind eine Szene.

Material

Preise und Bestände vom 11.09.2026. Die Mengen reichen für deutlich mehr als einen Straßenabschnitt.

ArtikelWozuPreis
Juweela 28259 – FLEXYWAY Pflasterstraße Gerade, Kopfstein Altstadt, 1 Stück
N11011 · Hersteller-Nr. 28259
die Straße selbst, Schritt 0113,90 €
Juweela 20017 – FLEXYWAY Fugenmaterial grau, 150 g
N12156 · Hersteller-Nr. 20017
Fugen verfüllen, Schritt 035,50 €
BERGSWERK 84011 – Ultraleichter Modellbauspachtel, 500 ml
N10763 · Hersteller-Nr. 84011
Ränder ausgleichen, Schritt 0214,90 €
AK Interactive AK8018 – Terrains Dark Earth, 250 ml
N11238 · Hersteller-Nr. AK8018
Untergrund in der Schadstelle, Schritt 059,50 €
MBZ 4100015 – Pigmente Kasseler braun, 15 ml
N11986 · Hersteller-Nr. 4100015
Farbe verbinden, Schritt 063,15 €
miniNatur 400-09 – Streu Wald- und Feldweg, 250 ml
N10933 · Hersteller-Nr. 400-09
Körnung und Abrieb, Schritt 075,00 €
Schrumpfmich B2026A1007 – Bauarbeiter-Set, 5 Figuren, handbemalt
N11741 · Hersteller-Nr. B2026A1007
die Handlung, Schritt 0959,50 €
Summe111,45 € · ohne Figuren 51,95 €

Auch möglich

Für den ersten Versuch gibt es die FLEXYWAY Startbox für 34,90 € – Straße und Zubehör zusammen. Statt der AK-Spachtelmasse tut es auch Modellbauspachtel mit etwas Pigment eingefärbt; Du brauchst dann aber einen zweiten Trocknungsgang.

Dazu aus der Werkstatt

Skalpell oder Bastelmesser, Pinzette, ein weicher Pinsel für das Fugenmaterial, ein zweiter alter Pinsel für Pigmente und ein Zerstäuber, der wirklich nebelt – keine Sprühflasche, die Tropfen wirft. Das Baufahrzeug haben wir aus dem Bestand genommen; ein passendes Modell führen wir derzeit nicht neu.

Häufige Fragen

Frage · Kann ich Flexyway auf jeden Untergrund kleben?
Auf feste, saubere und nicht glänzende Flächen ja – Holz, Hartschaum mit geschlossener Oberfläche, Spachtel. Auf losem Streumaterial hält der Träger nicht dauerhaft; dort erst eine tragende Schicht anlegen.
Frage · Wie viele Segmente brauche ich für einen Meter Straße?
Das hängt vom Segmentmaß ab, das auf der jeweiligen Produktseite steht. Rechne beim Zuschnitt Verschnitt mit ein, besonders in Kurven – dafür gibt es Kurven- und Ergänzungssegmente, die weniger Abfall erzeugen als das Zurechtschneiden einer Geraden.
Frage · Muss ich die Fugen überhaupt verfüllen?
Nein, aber ohne Fugenmaterial bleiben die Zwischenräume dunkle Schatten, und die Fläche wirkt wie ein Muster statt wie Pflaster. Der Unterschied ist größer als der Aufwand.
Frage · Bekomme ich das Pigment wieder ab, wenn es zu dunkel wird?
Solange nicht fixiert ist, lässt sich viel mit einem trockenen weichen Pinsel wieder herausholen. Deshalb erst ausprobieren, dann binden – und nicht umgekehrt.
Frage · Geht das auch in Spur N?
Die Straßen gibt es auch für N. Das Fugenmaterial ist für 1:87 und größer gedacht; in N würden wir stattdessen mit sehr fein gesiebtem Pigment arbeiten.

Weiterlesen

Unsicher, welche Flexyway-Variante zu Deiner Straße passt? Wir haben die meisten davon hier liegen und schauen gern mit Dir drauf.

Ruf an unter 05251 5311831 oder schreib per WhatsApp an 0170 6848120. Schriftlich geht es über unser Kontaktformular.

Landschaftsbau · Werkstatt Paderborn

Ferdi

Ferdi kam als Kunde zu uns und baut seit gut einem Jahr unsere Anlagen und Dioramen. Er arbeitet täglich mit den Materialien, über die er hier schreibt – und zeigt auch die Stellen, an denen er zweimal ansetzen musste.

Entstanden in der Werkstatt Paderborn · veröffentlicht am 11.09.2026

← Alle Beiträge zum Landschaftsbau